Ja, also ich mag mich nicht an dem Beef beteiligen, weil ich nicht involviert bin.
Gleichwohl habe ich gerade Lust und Zeit auf etwas einzugehen, wobei ich prinzipiell anderer Meinung bin.
Zitat von Afrikastar76141. Einen eigenen Bot ins Leben zu rufen um bewusst die Preise der anderen Bots zu drücken ist nicht die feine Art (bewusst nett ausgedrückt), dann wundert euch nicht das die Leute mad sind. Ich wäre da auch ziemlich angepisst.
Ja, es ist nicht die feine Art. 😬
Ja, es ist verständlich, dass andere Bot-Besitzer folglich sauer sind. 😤
Objektiv verwerflich ist es aber eigentlich eher nicht... 🤷♂️🤷♀️
Denn: Die allermeisten Preise für Konsumgüter werden in einer Volkswirtschaft durch den Markt bestimmt. Nun gibt es "den Markt" genauso wenig wie "die Natur" oder "die Evolution", wenn man sich darunter eine Person vorstellt. Man darf sich das nicht so vorstellen wie einen Gott des Handels, der von oben herab die Preise bestimmt und eine Art göttliche Ordnung aufrechterhalten will, folglich hat auch niemand das Recht die eigenen Preise aufrechterhalten zu können. Auch wenn einem es gelegentlich subjektiv magisch vorkommt: "Der Markt" ist kein Wesen sondern ein Prozess, der basierend auf Faktoren wie Angebot und Nachfrage aller Marktteilnehmer den Preis für ein Gut festlegt.
Die Betonung liegt hierbei auf "aller Marktteilnehmer". 👨🏫👩🏫
Dieses Prinzip mag hart erscheinen, fördert aber auch z.B. Innovation und verhindert gefährliche Monopolstellungen. Der Prozessorhersteller Intel konnte sich jahrelang auf seinem Erfolg ausruhen, hatte de facto ein Monopol in dem Bereich und konnte für seine Produkte den Kunden nahezu abverlangen was er wollte. Die letzten Jahre hat nun AMD kräftig zugelegt und Intel in nahezu jeder Hinsicht gecrasht. Unterm Strich bekommt man aktuell bessere Prozessoren für weniger Geld und das obwohl AMD das deutlich kleinere Unternehmen ist. Was lernen wir daraus? Richtig: Konkurrenz belebt das Geschäft und ist vor allem für die Endverbraucher ein Segen. Viele Produkte könnten eine bessere Qualität haben oder günstiger sein, aber warum sollte ein Unternehmen mit Monopolstellung dies überhaupt in Erwägung ziehen, wenn es dazu keine Anreize (wie z.B. ein Konkurrenzunternehmen) gäbe? 🙃
Übertragen lässt sich dieses Phänomen auch ganz leicht auf GG. Ich bin schon über 3 Jahre dabei (immer auf CB4) und ich kenne die Zeit noch gut, in der für verzauberte Bücher richtig heftige Wucherpreise verlangt wurden. Dass es heute nicht mehr so ist, liegt vor allem daran, dass es mehr Unternehmer gibt, die in diesem Bereich in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Ein Spieler mit einem Shop kann jetzt natürlich vor Wut im Dreieck springen, wenn er feststellt, dass die Preise woanders besser sind. Ehrlicher und selbstkritischer wäre es allerdings sich einzugestehen: Sind die anderen zu gut, bin ich zu schlecht! Kann ich meine Produktionsprozesse optimieren um mithalten zu können? Wenn ja: Wie? Wenn nein: Welche anderen Geschäftsmodelle kommen für mich in Frage? 👨🏭👩🏭🏭
Zitat von Afrikastar76142. Zum Report gegen Florian_ep, der eigentliche Report mit Verdacht auf Botting, auch ohne Beweise ist völlig legitim. Im Gegenteil solche Verdachtsreports können dem Team nur helfen. War gerade am Samstag auch Thema im TS-Support.
Nein, da bin ich grundsätzlich anderer Meinung! 🙅♂️🙅♀️
Eine Report ist nur dann legitim, wenn ich es a) eindeutig belegen kann und zwar mit sogenannten "smoking-gun" Beweisen (auf frischer Tat ertappt und fotografiert) oder b) ich zumindest Indikatoren habe, die für die Allgemeinheit logisch nachvollziehbar sind und auf ein illegales Handeln schließen lassen (wenn z.B. etwas rechnerisch hinten und vorne ohne Botting nicht hinkommt, wobei man die Rechnung dann auch machen muss). 🕵️♂️🕵️♀️
Die Beweislast für eine Behauptung liegt beim Behauptenden und ohne Beweise ist es nun einmal Rufmord. Das ist allgemeiner Konsens in Wissenschaft und Gesellschaft. Ich kann nicht einfach hingehen und jemandem etwas vorwerfen und mich dann aus der Verantwortung ziehen. Man muss ja auch einmal die Folgen einer solchen Anschuldigung bedenken: Es gilt immer noch das Prinzip von "in dubio pro reo." -> "Im Zweifel für den Angeklagten" und selbst wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der Angeklagte unschuldig ist, so schadet ihm doch mindestens der öffentlichkeitswirksame Effekt, dass über ihn gesprochen wurde. Folglich braucht es nur zur Eröffnung eines Prozesses bereits starke Indizien für ein Vergehen. 👨⚖️👩⚖️
Und jetzt kommt mir bitte keiner mit einer fadenscheinigen 50:50 Rechnung im Sinne von "Es gibt keine Beweise dafür und keine dagegen, also ist es eine Pattsituation.". Wenn man alles für bare Münze nehmen würde dessen Gegenteil man nicht beweisen kann, dann dürfte auch z.B. eine Autobahn nicht gebaut werden, weil ich behaupten könnte dort leben Kobolde. So, jetzt soll mir erst einmal jemand beweisen, dass es nicht so ist. Selbst wenn man alles mit Hundertschaften der Polizei absuchen und etliche Messungen machen würde, könnte ich einfach behaupten: "Jaaa, also Koboble sind ja auf einer anderen geistigen Ebene präsent und daher habt ihr sie nicht gefunden.". 😛
Das Prinzip wird deutlich, oder? Existenzaussagen lassen sich schlicht nicht widerlegen und deshalb sollte man extrem vorsichtig damit sein auf solcher Grundlage widerum Schlüsse zu ziehen, die sehr wohl einen Effekt auf das reale Leben haben - nämlich zum Beispiel dann, wenn es darum geht über einen Beschuldigten zu urteilen. ⚖️