Cb4, soweit ich weiß
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Cb4, soweit ich weiß
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Hört sich doch sehr schön an!
Auf welchem Citybuild soll das ganze stattfinden?
Viel Glück allen und danke für das Event!
xlSaya
Auch von mir noch einmal herzlichen Glückwunsch an die drei Gewinner! Ihr habt es euch echt verdient, war wirklich schön eure Geschichten zu lesen. ![]()
Nach langem Überlegen, habe ich mich nun auch dazu entschlossen, meine Geschichte hier kundzutun.
Wann diese genau anfing, kann ich schon gar nicht mehr so richtig sagen.
Ich weiß nur noch, dass es einer der letzten Schultage der 13. Klasse war, als diese zu ihrem Höhepunkt kam. Von diesen Tagen möchte ich euch hier nun berichten.
Diese Geschichte handelt von glücklichen Fügungen im Leben, mit welchen man niemals rechnen würde.
In meiner Schulzeit hatte ich nie wirklich gute Freunde gehabt. Ich war zwar bei allen mehr oder weniger beliebt gewesen, hatte nie Stress mit meinen Klassenkammeraden, aber auch nie wirklich gute Freunde, mit denen ich immer zusammen unterwegs war. Im Nachhinein betrachtet kann das vielleicht auch daran gelegen haben, dass ich nur Mädchen vertrauen konnte und gegenüber Jungen immer eine gespielte Fassade aufgesetzt habe. Aber das wäre jetzt schon wieder ein anderes Thema.
Die ganze Sache änderte sich jedoch, als während des Schuljahres meine Klasse aufgelöst wurde und ich zusammen mit fünf anderen in eine Parallelklasse kam. Da dort nicht mehr all zu viele Plätze frei waren, musste ich notgedrungen neben einem Mädchen aus meiner alten Klasse sitzen. Im Verlaufe der Zeit entwickelte sich daraus eine richtig gute Freundschaft. Ich begleitete sie später jeden Tag nach Hause, war auch oft bei ihr und auch sonst haben wir so gut wie alles zusammen gemacht. In der Klasse ging schon das Gerücht rum, dass wir zusammen wären - was aber (für mich leider) natürlich nicht gestimmt hat.
So vergingen einige glückliche Wochen, bis sie eines Tages meinte, dass sie einen Jungen kennengelernt hätte, mit dem sie jetzt zusammen wäre. War für mich erstmal kein Problem - habe mich sogar sehr für sie gefreut.
Das änderte sich jedoch in der letzten Schulwoche - war bei uns immer Mottowoche mit Abi-Streich etc.
Dort brachte sie ihren Freund mit und hat dementsprechend auch sehr viel Zeit mit ihm verbracht. Für mich war das kein Problem, ich verbrachte weiterhin Zeit mit ihr, bis ihr Freund nach einigen Stunden zu mir kam und sinngemäß meinte "Lass die Pfoten von meiner Freundin oder du fängst dir eine. Du glaubst doch wohl nicht wirklich, dass sie nach wie vor mit jemandem wie dir befreundet sein will, was hast du ihr schon groß zu bieten?" An meine Antwort kann ich mich noch ganz genau erinnern. In meiner damaligen, großkotzigen und überheblichen Art, kam von mir nur Folgendes: "Und das kommt von jemandem, der aussieht, als hätte er seine Klamotten aus dem Altkleidercontainer gefischt. Besorg du dir erstmal einen Job, bevor du in die Öffentlichkeit gehst, das kann man ja keinem zumuten". Mit dieser Antwort habe ich allen bewiesen, dass der Typ recht hatte. Meine damals beste Freundin wollte von dem Tag an (verständlicherweise) keinen Kontakt mehr zu mir und für mich brach Stück für Stück meine heile Welt zusammen.
In den nächsten Tagen - mittlerweile waren die Sommerferien gekommen, dachte ich immer wieder über die Worte von dem Typen nach und kam immer mehr zu der Erkenntnis, das er wirklich recht hatte.
Ich konnte niemandem etwas bieten. Bin - sobald es evtl. gefährlich oder illegal werden könnte, sehr vorsichtig, ja fast schon ängstlich und auch sonst nie für verrückte Sachen zu haben gewesen.
Auch besondere Begabungen habe ich nicht - kurz und knapp: Es gibt nichts, was mich wirklich besonders macht.
So saß ich nun zu Hause, vom Leben und vor allem auch von mir enttäuscht, bis ich von einem Freund aus Kindertagen ein Bild geschickt bekam, welches er auf seinem Weg in den Urlaub aufgenommen hat. Das Bild entstand auf einer atemberaubend schönen Autobahn (ich glaube es war die A9) mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Als ich dieses Bild sah, dachte ich zurück an die vielen Stunden auf der Autobahn, die ich damals mit meinen Eltern unterwegs war und kam auf die einzige Sache, die mich immer glücklich gemacht hat - nämlich das Fahren auf der Autobahn.
So entschloss ich mich, etwas Zeit auf der Autobahn zu verbringen. Erst entspannt mit 180km/h auf einen schnelleren Wagen warten, um mich dann an dessen Heck zu setzen und - mit der Sicherheit nicht voll auf die Eisen gehen zu müssen - etwas schneller unterwegs sein zu können. Lange musste ich nicht warten. Bereits nach wenigen Minuten kam ein Skoda Superb (mit Böblinger Kennzeichen - ihr wisst bescheid) an mir vorbei gefahren. Das war für mich die Möglichkeit, entspannt mit Tempo 240 unterwegs sein zu können und etwas auf andere Gedanken zu kommen. Durch regelmäßiges Abbremsen, waren wir am Ende 7 Fahrzeuge, die mit teilweise 250km/h auf der linken Spur unterwegs waren.
Nach 2 Stunden passierte dann das, was passieren musste. Ein Stau. Nachdem alles für etwa eine halbe Stunde stand, stiegen die ersten Personen aus ihren Fahrzeugen aus. Im Nachbarauto saß eine Familie, welche dann auch langsam den Wagen verließ. Dort war unter anderem auch ein Mädchen in meinem Alter dabei, welche mich anschaute und nur lächelnd und kopfschüttelnd meinte: "Ihr seid doch völlig wahnsinnig". So kam man dann etwas ins Gespräch, bis sie nach einiger Zeit wieder auf ihre Geschwister aufpassen musste. Ich ging daraufhin zu dem hinter mir stehenden Subaru, um mit dessen Fahrer über sein dichtes Auffahren bei Tempo 220 zu diskutieren - eine goldrichtige Entscheidung!
Kurze Zeit später kamen mal wieder Krankenwagen durch die Rettungsgasse, in dessen Schlepptau ein Angehöriger der Unfallopfer, in einem großen BMW.
Der kleine Junge von der Familie im Nachbarauto, rannte begeistert richtung Rettungsgasse, um sich die Krankenwagen anzuschauen. Leider hat er den BWM, welcher hinter ebendiesen fuhr, dabei nicht mitbekommen. Der BMW Fahrer erschrak sich ebenfalls, wich nach links aus und krachte (ihr könnt es euch vermutlich schon denken) in meinen dort abgestellten Seat und den vor mir stehenden Skoda aus Böblingen. Mein Wagen war ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ziemlich fassungslos setzte ich mich wieder in meinen stark demolierten Seat und ließ den Tag sowie die letzte Woche noch einmal Revue passieren. Das war einfach nicht mein Jahr, dachte ich noch bei mir.
Nachdem alle Unfallbeteiligten glücklicherweise unverletzt geblieben waren, begann auch schon die große Diskussion, wer nun schuld an diesem Schlamassel hatte. ich hielt mich daraus, zu niedergeschlagen war ich von der ganzen Situation. Kurz darauf klopfte es an der Seitenscheibe. Das Mädchen aus dem Nachbarauto setzte sich zu mir (im Nachhinein erstaunlich, dass die Tür überhaupt noch aufging) und wir erzählten zwei oder drei Stunden, bis endlich die Mitteilung kam, dass die Autobahn wieder geöffnet wird.
Inzwischen war bereits die Polizei eingetroffen, hat die Unfallstelle abgesichert, die Zeugen vernommen und Abschlepper angefordert. Für mich ging es mit auf die Polizeiwache, denn auch ich erhielt eine ordentliche Strafe, da ich verbotenerweise zu Fuß auf der Autobahn unterwegs war. Aber diese Strafe nahm ich gerne in Kauf. Wer weiß, ob ich diese Geschichte heute schreiben könnte, wenn ich nicht ausgestiegen wäre, sondern im Auto sitzen geblieben wäre.
Da sich der Unfall in einem Stau ereignete, sind sich die Versicherungen bis heute nicht einig geworden, wer nun den Schaden begleichen muss - ich blieb also auf den Kosten sitzen. Doch bei der ganzen Aktion habe ich etwas viel wichtigeres gewonnen, nämlich das Herz des Mädchens, welche ich dort kennengelernt habe.
Heute, viele Jahre später, kann ich lächelnd auf dieses Kapitel zurück blicken. Ja, das Leben schreibt manchmal Geschichten, die man sich nicht ausdenken kann.
Ich hoffe euch hat dieses kleine Kapitel aus meinem Leben gefallen.
Liebe Grüße: SilbernesGold